Neuer Lebensretter im DRK-Kleiderladen
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Neuer Lebensretter im DRK-Kleiderladen

Defibrillator aus Einnahmen des „Kreuz- und Quer-Ladens“ erwirtschaftet - Offizielle Übergabe mit Kreisvorsitzender Susanne Simmler und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel

Ein kleines grünes Schild mit weißem Herz weist vor der Tür bereits auf das Gerät hin, das jetzt direkt neben dem Eingang an der Wand hängt. Auf den ersten Blick klein und unscheinbar, kann es - sachkundig und vor allem zeitnah eingesetzt - Leben retten. Der „Automatisierte Externe Defibrillator (AED)“, kurz „Defi“ genannt - ist ein tragbares Gerät, das durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen beenden und beim plötzlichen Herztod das Herzkammerflimmern stoppen kann.

Aus den Erlösen DRK-Ladens „Kreuz und Quer“ am Kurt-Schumacher-Platz 6, der vor kurzem im Rahmen einer ehrenamtlichen Umbauaktion der Mitarbeiterinnen mit einer Ladeneinrichtungsspende noch übersichtlicher gestaltet wurde, konnte nun ein solches Gerät finanziert werden. Ziel der sechs Kleiderläden, die der DRK-Kreisverband Hanau betreibt und die durch ehrenamtliche Mitarbeit und Kleiderspenden erfolgreich sind, sei es, gebrauchter Kleidung eine sinnvolle Verwendung zu geben und erzielte Überschüsse aus dem Betrieb dazu zu verwenden, soziale Projekte und auch Einzelpersonen (Härtefälle) zu unterstützen, erklärte Kreisgeschäftsführer Stefan Betz. „Von der Allgemeinheit für die Allgemeinheit – mit ihrem Engagement haben unsere Ehrenamtlichen dafür gesorgt, dass dieser Defibrillator hier nun seinen Platz gefunden hat und wir so der Allgemeinheit etwas zurückgeben können“ bedankte sich Susanne Simmler bei den Mitarbeiterinnen des Kleiderladens unter Leitung von Nicole Schnee, zuständig für Sozialarbeit und Koordination des ehrenamtlichen Engagements beim Kreisverband. Bürgermeister Weiss-Thiel betonte in seiner Rede, dass mit dem hier positionierten AED jetzt ein weiterer Stadttteil Hanaus mit einem Defibrillator versorgt sei. Bis dato seien diese Lebensretter unter anderem in den Hanauer Schwimmbädern, im Kulturforum am Freiheitsplatz, in der August-Schärttner-Halle und im Seniorenbüro installiert.

Volker Laubenthal, Leiter der DRK-Erste Hilfe-Aus- und Weiterbildung erläuterte eindrücklich bei der Übergabe des „Defis“ Funktion und Wirkungsweise: „Der plötzliche Herztod gehört zu den häufigen Notfallsituationen. Allein im Main-Kinzig-Kreis weist die Rettungsleitstelle jährlich mehrere hundert solcher Fälle aus”. Dabei komme es zu akutem Kreislaufversagen meist auf Grund einer unbehandelt tödlichen Herzrhythmusstörung, dem Kammerflimmern. Der Betroffene verliere dabei das Bewusstsein und höre auf zu atmen. „Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, um ihm das Leben zu retten. Als erstes gilt es, sofort einen Notruf abzusetzen und mit der Herzdruckmassage zu beginnen, damit der Blutkreislauf aufrechterhalten und das Gehirn des Betroffen möglichst ununterbrochen mit dem  lebensnotwendigen Sauerstoff  versorgt wird“ so Laubenthal. So schnell es geht, solle der Ersthelfer jemanden auffordern, einen verfügbaren AED zu holen. Die Anwendung sei denkbar einfach und jeder bzw. jede könne dieses Gerät bedienen, verdeutlichte der Fachmann. „Die Zeit spielt für den Betroffenen hier eine entscheidende Rolle” machte Laubenthal deutlich. In jeder ungenutzt verstreichenden Minute verringere sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um 8 -10 %. Umso wichtiger ist es, dass diese „Automatisierten Externen Defibrillatoren” besonders an viel frequentierten Plätzen verteilt sind.

Im Rahmen einer anschaulichen Demonstration vermittelten Ehrenamtliche und Laubenthal schließlich die Funktion und einfache Handhabung des AED's. Denn - betonten Betz wie auch Laubenthal nochmals: „Man gewinnt in jedem Fall Zeit für den Betroffenen, wenn bei einem Herzstillstand sofort ein Defibrillator eingesetzt werden kann“.

3. April 2018 08:26 Uhr. Alter: 176 Tage